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Multicore in der Presse  

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   Ticket BZ 03/2007  
 


   Regiomusik


MulticoreEvent "Rocken wie Gott in Frankreich"  21.11.2006


Das die Franzosen Fußball spielen können ist nun schon länger bekannt, dass sie Käse machen können und Froschschenkel essen auch, aber was wissen wir Deutschen über die Musikszene jenseits der Grenze? Seien wir ehrlich, unsere Nachbarn so nah und doch so fern lassen den deutschen Hörer kalt. Den welcher Deutsche hört schon französisches Radio oder kauft sich CD`s französischer Bands.

Seit MC SOLAAR oder SENSE UNIQUE ist schon lange nichts mehr über den Rhein geschwappt was uns Deutsche begeistert hätte, und das beruht leider auf Gegenseitigkeit. Ein seltsames sich gegenseitiges Ignorieren in kultureller Hinsicht auf beiden Seiten des Rheins.

Dabei hat die französische Musikszene seit solchen Bands wie NOIR DESIR oder MICKEY3D eine ungeahnte Vielfalt an alternativen Bands hervor gebracht, wie man sie in Deutschland nur suchen kann. Also Grund genug für Multicore e.V. eine Veranstaltung zu organisieren die den Blick jenseits der Grenzen öffnet. Mit Rotwein und Baguette wurden die Gäste in der „Wodan Halle“ empfangen und auf einen Deutsch-Französischen Abend eingestimmt.

Den Anfang macht die Band SONIC HUNK aus Freiburg. Mit viel Funk-Cover wurde die Stimmung gelockert. Das große Stimmvolumen des ehemaligen FEED YOUR MIND Sängers riss so manchen Zuhörer mit und animierte gleich am Anfang zum Tanzen. Jede auftretende Band aus Deutschland gab ein Französisches Lied und jede Französische Band ein Deutsches Lied zum Besten. Zwischen den Umbaupausen strahlte der Beamer einige Filmfetzen Französischer Jean Reno und Depardieu Filme an die Wand. Nach dem die relativ neue Formation SONIC HUNK ihre Zugabe gegeben hatte, folgten KILLING LAWRENCE aus Mulhouse. Mit witzigem Alternativen Post-Punk und einer weiblicher Bassistin deren Brille an einen Russischen Cosmonautenhelm erinnerte, trugen die Franzosen ihren eigenwilligem Stil mit viel Sprachwitz (der leider von den meisten Zuhörern nicht ganz verstanden wurde) an das Publikum heran. Lieder über Spucken und der Wunsch die Welt und der Tod sollten sich mit „Chanel Nr.5“ parfumieren zeugen vom teilweise humoristischen Punkansatz der Frenchis. Der Deutsche Titel "Ping Pong Spielen" mit dem Refrain "Ist Gut für Gesundheit" brachte auch echte Ping Pong Bälle zum Einsatz. Als zweite Deutsche Band spielten nach kurzer Umbaupause SUMMAMANIA aus Freiburg. Sommerfeeling in ungewöhnlicher Instrumentierung. Groovige Acoustik Gittarre mit Bongos, Quer flöte und Geige bilden bei SUMMAMANIA eine sehr eigenen Stilmix der sich genauso an Flamencoelementen bedient wie aus derben Hip Hop Styles. Wechselnder Gesang zwischen Sänger und Sängerin der teilweise an Bands wie TRICKY erinnert, machte die Sache rund. Alles sehr laidback und groovig mit einem Schuss melancholischer Tiefe, die vor allem durch den Einsatz der Elektrogeige bewirkt wird. Das französische Lied der Band habe ich trotz profunder Sprachkenntnisse leider nicht ganz verstanden. Nach einigen weiteren Jean Reno Schnipseln von DVD und U2 aus der Konserve ging es dann weiter mit PARANO ebenfalls aus Mulhouse. Mit "Rock Francais" umschreiben PARANO sehr weitläufig ihren Musikstil. Hier ist eindeutig der ungeheure Einfluss solcher Bands wie NOIR DESIR zu hören. Kaum eine französische Rockformation der letzten 10 Jahre kommt an dem Einfluss dieser Band, deren Sänger wegen Mordes irgendwo in Lettland im Knast sitzt, vorbei. So auch nicht PARANO. Ganz in Schwarz gekleidet, ebenfalls mit einer weiblichen Bassistin, bringen PARANO ihre ganz eigene Sichtweise der Welt in schnörkellosem Rock an den Mann. Ganz und gar Französisch, unter anderem mit Einsatz von Akkordeon, erzeugen PARANO eine ganz eigene Intensität beim Publikum. Prädikat: Sehr Hörenswert.

Für die Letzte Band SECOND END reichte dem Redakteur leider die Zeit nicht mehr wofür wir uns hiermit entschuldigen.

Alles in allem trotz immer wieder auftretender Soundprobleme ein interressanter Abend, der einen Blick über unsere Grenzen hinaus ermöglichte.

 



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   Regiomusik

Multicore "Nimm3" 
Waldsee Freiburg mit L8, Predawn Hours, Cycle Slip


Gegen starke Konkurrenz an diesem Abend (SKYDIVE NAKED Release Party) fand im Waldsee am Samstag Abend nach längerer Sommerpause wieder mal ein "Nimm 3" Konzert von Multicore statt. Den Abend sollten L8 eröffnen. Bestehend aus Musikern aus der Schweiz und aus Südbaden und machen diese gitarrenorientierten Rock mit viel viel Groove. Der Gesang erinnert unwillkürlich an Anastasia und erzeugt in den tieferen Passagen auch den nötigen Druck. Die Songs sind perfekt durchstrukturiert und das Arrangement sitzt bei den Musikern, die langjährige Live Erfahrung der Band ist zu erkennen. Einzelne Coversongs mischen sich ins Programm unter anderem eine Reminiszenz an die (leider schon viel zu vergessenen) TALKING HEADS mit dem Song "Psychokiller". Das Cover "Whole Lotta Love" von LED ZEPPELIN lässt natürlich jeden Rockpuristen die Bleiche in Gesicht schießen, da dies einer der 10 uncoverbarsten Songs der Musikgeschichte ist (Meinung des Redakteurs) aber L8 machen ihre eigene Interpretation daraus. Mit dem dezent eingesetzten Keyboard, dem Einsatz von zweihälsigen Gitarren einer starken Rhythmus Sektion und nicht zuletzt dank der Stimme von Pascale (der Sängerin) schaffen es L8 einen druckvollen Gesamteindruck beim Publikum zu hinterlassen, der rockt und groovt zugleich.

 

Als zweite Band des Abends betraten dann PREDAWN HOURS die Bühne des Waldsees. Hier sollte der Hörer eine ganz eigenwillige Mischung aus Rock,Metalelementen sowie abwechselnden mal sanfteren und härteren Passagen, sehr mosaikartig zusammengesetzten Songs zu hören bekommen. Die eigene Bezeichnug der Band zu ihrer Musik "unEasy Listening" trifft den Kern ganz gut, denn leicht hörbar sind die Songs trotz des weiblichen Gesangs auf den sich alles immer wieder zurück bezieht nicht.

Immer wieder krasse Brüche und Tempowechsel, ein scheinbares nie still stehen wollen der Melodieführung und ständiges ineinander übergehen sind für den an 2.30 Minuten Radioformat gewöhnte Zuhörer schwer verdaulich. Menschen mit einer Affinität zu experimentellen und abwechslungsreichen

eigenständigen Songs kommen bei "PREDAWN HOURS" allerdings voll auf ihre Kosten. Durch diese radikale Eigenständigkeit in der Herangehensweise vermitteln "PREDAWN HOURS" durchaus viel an Gefühlen, Stimmungen die sich im alltäglichen wiederfinden und sehr weit weg sind von den alltäglichen

Songaufbau 3 Akkorde und ein Refrain. Durchaus sehr erfahrenswert für Leute die sich Musik auch mal erarbeiten (erhören) wollen.

 

Die dritte Band des Abends CYCLE SLIP bezeichnet ihre Musik als New Rock und findet seine Vorbilder bei Bands wie Soil, Life of Agony, Hoobastank und

Incubus wieder. Klasische Rockbesetzung und geradlinige Ausrichtung der Songs machen CYCLE SLIP zu einem durchaus kompakten Rockformation. Auch gefühlvollere Passagen sind mit diesem Sänger zu bewältigen und so legten die 4 Musiker aus Freiburg auch gleich los. Vielleicht fehlt dem Sänger etwas die Verzweiflung und der Schmerz eines Keith Caputo aber man kann sagen das die Songs ohne falschen Pathos sauber instrumentalisiert in die Kerbe hauen. Da diese Formation erst seit Juli 2006 besteht kann man gespannt sein wie sich die Dinge bei CYCLE SLIP weiterentwickeln werden denn das Potential ist da.

 

Insgesamt ein gelungener abwechslungsreicher Abend.



Herzlichen Dank an